Im Rahmen des Projekts KNOWING Climate beschäftigen wir uns mit der Frage, wie die Landwirtschaft im Herzogtum Lauenburg klimafreundlicher und zugleich zukunftsfähig werden kann. Dabei geht es nicht nur um Bodengesundheit, Wasserhaushalt oder Humusaufbau, sondern auch um die Technik, mit der landwirtschaftliche Arbeit überhaupt erst möglich wird. Ein wichtiger Baustein dieser Diskussion ist die Elektrifizierung landwirtschaftlicher Maschinen und die Nutzung alternativer Antriebe.
Denn auch auf dem Hof entstehen Emissionen. Traktoren, Hoflader, Transportfahrzeuge und andere Maschinen werden bislang meist mit Diesel betrieben. Gleichzeitig wachsen die technischen Möglichkeiten: Erste elektrische Hoflader, E-Traktoren und weitere alternative Antriebskonzepte sind bereits im Einsatz oder werden erprobt. Für die Landwirtschaft kann das eine echte Chance sein, Treibhausgasemissionen zu senken, Lärm zu reduzieren und Arbeitsprozesse effizienter zu gestalten.
Gerade für einen landwirtschaftlich geprägten Kreis wie Herzogtum Lauenburg ist das Thema besonders relevant. Viele Betriebe arbeiten mit unterschiedlichen Flächenstrukturen, kurzen und mittleren Transportwegen sowie einem hohen Anteil an wiederkehrenden Hofarbeiten. Für solche Einsatzbereiche können elektrische Antriebe bereits heute interessant sein. Besonders dort, wo Maschinen planbar eingesetzt werden und regelmäßig auf dem Hof geladen werden können, bieten sie Potenzial.
Allerdings ist die Umstellung kein Selbstläufer. Entscheidend sind die Anschaffungskosten, die Reichweite, die Ladezeiten und vor allem die verfügbare Infrastruktur. Gerade im ländlichen Raum stellt sich die Frage, ob genug Netzkapazität vorhanden ist und wie Ladepunkte sinnvoll in den Betriebsablauf integriert werden können. Auch die Auswahl passender Maschinen ist bislang noch begrenzt, und für viele Ackerbaubetriebe bleibt der Diesel vorerst weiterhin schwer ersetzbar.
Für kleinere und mittlere Betriebe kann deshalb nicht die schnelle Komplettumstellung im Mittelpunkt stehen, sondern eine schrittweise Entwicklung: Wo lassen sich erste elektrische Anwendungen sinnvoll testen? Welche Maschinen können bereits heute ersetzt werden? Welche Kombination aus Strom vom eigenen Dach, Batteriespeicher oder erneuerbarer Energie aus der Region ist praktikabel? Solche Fragen sind nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich und organisatorisch relevant.
Im Projektkontext von KNOWING Climate könnte genau hier ein spannender Ansatz liegen: alternative Antriebe nicht isoliert zu betrachten, sondern als Teil einer klimaresilienten Landwirtschaft. Denn wenn Landtechnik mit erneuerbarem Strom betrieben wird, können Emissionen sinken und zugleich lokale Energiekreisläufe gestärkt werden. Für den Kreis Herzogtum Lauenburg wäre das ein weiteres Beispiel dafür, wie Klimaschutz und landwirtschaftliche Praxis gemeinsam gedacht werden können.
Quellen
1. Kreis Herzogtum Lauenburg. Klimaschutzkonzept (PDF). URL: https://www.kreis-rz.de/media/custom/327_6903_1.PDF?13763712942. WTSH – Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein. Energiewende in Schleswig-Holstein (PDF). URL: https://wtsh.de/file/01_energiewende-in-sh—foerdera.06_03_24_efre-bga.pdf
3. Fachverband Bauernverband Schleswig-Holstein. Bauernbrief Stormarn & Herzogtum Lauenburg 05/2025 (PDF). URL: https://www.bauern.sh/fileadmin/download/Verband/Kreisbauernverbaende/Stormarn/Bauernbrief_OD-RZ_05-2025.pdf
4. Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW). Elektrische Antriebe in der Landwirtschaft (PDF). URL: https://www.ioew.de/fileadmin/user_upload/BILDER_und_Downloaddateien/Publikationen/2024/Landgewinn_Infosheet_Elektrische_Antrieb…
5. Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR). Gemeinschafts-Biogasanlagen – Themenportal Biogas. URL: https://biogas.fnr.de/biogas-nutzung/nutzung/gemeinschafts-biogasanlagen
6. Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Biogas – Bioökonomie + nachwachsende Rohstoffe. URL: https://www.bmleh.de/DE/themen/landwirtschaft/bioeokonomie-nachwachsende-rohstoffe/biogas.html
7. Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte. Elektrifizierung. URL: https://geschichte-s-h.de/sh-von-a-bis-z/e/elektrifizierung/

This project has received funding from the European Union’s Horizon Europe research and innovation programme under grant agreement No 101056841.
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