Energie und Klimawandel
Dass die andauernde Emission von Treibhausgasen das Erscheinungsbild unserer Erde nachhaltig ändern wird, daran zweifeln spätestens mit Vorliegen des 4. Sachstandberichtes des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) aus dem Jahre 2007 die wenigsten.
Um die fortschreitende globale Erwärmung wenigstens in der Zukunft zu begrenzen, sind politische Maßnahmen in diesem Bereich vorrangig. Die Europäische Union hat dies erkannt und die Klimaschutzpolitik in den Mittelpunkt ihrer Umweltpolitik gerückt. So soll die Kohlendioxidemissionen bis 2020 um 20% der im Vergleich zu 1990 verringert werden. Dieses ehrgeizige Ziel ist jedoch nur dann zu erreichen, wenn alle Mitgliedsstaaten an einem Strang ziehen. Dazu zählt auch ein Bewusstsein für den Klimaschutz in der breiten Bevölkerung und die Bereitschaft, sich energiesparend zu verhalten.
Dieses Bewusstsein und die Bereitschaft das eigene Handeln zu verändern, sind jedoch höchst ungleichmäßig in den verschiedenen Staaten der EU vorhanden. Während die alten Mitgliedsstaaten, insbesondere Deutschland, über eine lange Tradition in der Umweltaufklärung und -bildung verfügen, fehlt dies in den neuen mittel- und osteuropäischen Staaten oft. Obwohl sich auch dort Nichtregierungsorganisationen (NROs) und andere Interessensgemeinschaften mit dieser Thematik beschäftigen, ist es bisher nicht gelungen, diese Erkenntnisse im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verankern. Dies wäre jedoch dringend notwendig, denn die Verhaltensmuster sind noch immer deutlich durch die sozialistische Zeit geprägt, in der Energie ein scheinbar unbegrenzt und immer verfügbares Gut war.
Im Gegensatz zu den 1960ern und 70ern sind heute jedoch die weitrechenden Konsequenzen des steigenden Energieverbrauchs für das Klima erkannt. Umso dringender ist es, jetzt Maßnahmen zu ergreifen, die das Bewusstsein der Bevölkerung im Baltikum und auch in ganz Osteuropa beeinflussen und ihre Handlungsweisen nachhaltig verändern.
Doch kannder stark steigende Energiebedarf in Osteuropa nicht davon ablenken, dass auch Deutschland und andere Staaten Mittel- und Westeuropas noch weit von einer nachhaltigen Energiewirtschaft entfernt sind. Deutschland ist nach wie vor von endlichen, fossilen Brennstoffen abhängig und das Alltagsverhalten der meisten Bürger ist noch nicht so energiesparsam, wie es wünschenswert wäre. So verbraucht der Urlaubsflug nach Thailand mehr Energie als sich durch alle noch so sparsamen Energiesparlampen im Haushalt einsparen ließe. Auch eine Trendwende der stetig zunehmenden Motorisierung im Individualverkehr ist nicht absehbar. Ein weiteres Problem ist die zunehmende Zersiedlung und die damit verbundenen langen, energiefressenden An- und Abfahrtswege. Kurzum, es gibt noch viel zu tun.




